Besuch des LWL-Freilichtmuseums Hagen


Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik

Dorfplatz

Blaufärberei

Druckerei

Bäckerei

Tabakfabrik

Sattlerei

Sensenhammer

im Sensenhammer

oberer Dorfplatz

Schreinerei

Hufschmiede

Der „ Heimat-Förderkreis für westfälische Tradition e.V. Ahlen“ hatte Mitglieder und Freunde zu einer Bus-Fahrt nach Hagen eingeladen, um dort gemeinsam das LWL-Freilichtmuseum Hagen zu besichtigen. 32 Teilnehmer, darunter auch 3 Kinder, hatten sich zur Teilnahme an dieser Fahrt eingefunden.

Eingebettet in eine bildschöne Wald- und Wiesenlandschaft liegt das LWL-Freilichtmuseum Hagen mit seinen vielen historischen Fachwerkgebäuden und Werkstätten im Tal des Mäckingerbaches.

Die ersten Ideen und ein Konzept für die Präsentation technischer Kulturdenkmale, dem späteren LWL-Freilichtmuseum Hagen, entwickelte Wilhelm Claas (1885–1966). Erst 1960 griff der Landschaftsverband Westfalen-Lippe die Idee auf und setzte ein zeitgemäßes Konzept um. Nach und nach wurden Gebäude und Werkstätten in einem bis dahin weitgehend unbebauten Wiesental errichtet. Für die Öffentlichkeit ist das Museum seit 1973 zugänglich.

Täglich wird in etlichen Werkstätten gearbeitet und das Handwerk den Besuchern praktisch vorgeführt. Bäche und Teiche, die pure Erholung bieten, laden zu einem Spaziergang durch das Tal ein. Romantische Plätze und Wiesen bieten Gelegenheit zum Picknick. Danach lohnt es sich, viele attraktive Ausstellungen rund um das Experimentierfeld Wasser sowie die Gärten mit den Faserpflanzen und Ölsaaten zu besichtigen.

Etwa 60 Werkstätten wurden auf einem etwa 42ha großen Gelände wieder aufgebaut und rekonstruiert. Die meisten sind betriebsbereit und es wird zum Teil auch regelmäßig zu Vorführungszwecken darin produziert. Die Besucher bekommen so einen Einblick in den Werdegang von Handwerk und Gewerbe in der Region des Sauerlandes und des Bergischen Landes vom ausgehenden 18. Jahrhundert über die frühindustrielle Produktion bis hin zur Hochindustrialisierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Das schmale Mäckingerbachtal bietet die wichtigsten natürlichen Standortfaktoren: Wind, Wasser und Wald ideal an.

In der Ausstellung „Papier Umwelt“ dreht sich alles um Pappe und Papier. Mit außergewöhnlichen Papieren und vielfältigen Materialien kann geforscht werden, wie es verwendet, verarbeitet und recycelt wird.

In der Gelbgießerei können Messingprodukte, wie Glocken, Medaillen und Figuren hergestellt werden.

Die Geheimnisse des Färbergartens lassen sich in der Blaufärberei entdecken. Hier kann man erfahren, wie Farbstoffe und Malmittel aus Pflanzen gewonnen werden und mit den selbst hergestellten Naturfarben Bilder malen sowie Papier und Stoffe färben und bedrucken.

In der Druckerei kann man noch das Drucken mit Lettern leicht Wörter und Sätze zusammenstellen oder auch den eigenen Namen setzen und mit der Druckerpresse abdrucken.

Im Tal kann man den zahlreichen, durch Wasserkraft angetriebenen unterschiedlichen Schmieden (z.B. Nagelschmiede, Kleineisenzeugschmiede, Bohrerschmiede, Sensenhammer) oder Mühlen (z.B. Papiermühle, Ölmühle, Sägemühle) bei ihrem Wirken zuschauen.

Es gehört einiges Geschick dazu, um aus einem Stück Rohmetall einen Nagel herzustellen.

Das Dröhnen des Sensenhammers ist schon von weitem zu hören. Das Schmieden dieses Ernte- und Schneidewerkzeugs gehörte lange Zeit zu den wichtigen Gewerben in der Region.

Im höher gelegenen Teil des Museums mit den zu einem Dorf gruppierten Häusern findet man z.B. die Kaffeerösterei, die Gerberei, die Kürschnerei. die Seilerei, die Brennerei, den Kolonialwarenladen, die Fleischerei, die Räucherei oder die Tabakfabrik.

In der traditionellen Museumsbäckerei ist zu einem geringen Preis Brot und Rosinenstuten erhältlich.

In dem Dorf befinden sich auch das kleine Café und die gemütliche Braustube mit dem Biergarten. Dort gibt es neben Bier und kleinen herzhaften Gerichten am Wochenende auch Kaffee und Kuchen.

Seit Mai 2012 wird die Brauerei wieder aktiv betrieben, in der die Eigenmarke, das CRAFT-Bier „Mäckinger“ entsteht. Das „Keller-Bier“ –  naturtrüb und unfiltriert - wird während der Saison in der Braustube und in den Museumsterrassen ausgeschenkt.

Zum Abschluss der Besichtigung schloss sich die Gruppe zu einer 1-stündigen Führung unter dem Thema „Essen und Trinken Früher“an. Während der Dauer der Führung hatten die Kinder und Jugendlichen der Gruppe Gelegenheit, von Museumspädagogen betreut zu werden.

Mit dem Pkw oder Bus lässt sich von Ahlen aus in einer etwa 1-stündigen Fahrt das LWL Freilichtmuseum Hagen über die A 1 und A 45, Abfahrt Hagen-Süd erreichen, wenn sie dort dem Wegweiser „Freilichtmuseum“ folgen.

Zieleingabe in das Navigationssystem: Mäckingerbach in 58091 Hagen

Auf jeden Fall lohnt sich der Besuch des Museums für Jedermann, der auch nur gering geschichtlich interessiert ist.