Fahrt zur Wibbeltkapelle und Rückämper Kapelle, Teil 3

Im 3. und letzten Teil geht die Radtour weiter von der Augustin-Wibbelt-Kapelle zur Rückämper Kapelle.
Alle Leser, die die Teile 1 + 2 dieser Fahrt verpasst haben, können sie einen Klick weiter noch einmal nachlesen.

Foto: ga/Wegweiser

Foto: ga/ Rückämper Kapelle

Foto: ga/Altar Rückämper Kapelle

Foto: ga/Pietà Replik

Fahrt zur Wibbeltkapelle und Rückämper Kapelle, Teil 1
Fahrt zur Wibbeltkapelle und Rückämper Kapelle, Teil 2

 Rückämper Kapelle

Über die Bauerschaft „Pöling“ gelangte die Radfahrgruppe zur “Alten Neubeckumer Straße“, passierte den östlichen Rand von Enniger und erreichte schließlich die Bauerschaft “Rückamp“. Dort erblickte man bald auf einer kleinen Anhöhe die „Rückämper Kapelle“, die etwa 2 km nördlich von Enniger an der heutigen Straße nach Buddenbaum leicht zu finden ist.

Manfred hatte sich schon vor Beginn der Fahrt durch Recherchen im Internet darauf vorbereitet, um über die Bedeutung der Kapelle berichten zu können. Der Zugang zum Innenraum der Kapelle war verschlossen.

Die Vielzahl der angekommenen Radler sorgte für leichtes Aufsehen bei dem benachbarten Landwirt „Sudhoff“, der dann plötzlich an Ort und Stelle erschien. Er verfügte über einen Schlüssel, mit dem er die Tür zur Kapelle öffnete. So erfuhren die Radler von ihm aus erster Hand die wichtigsten Daten zu der Kapelle, insbesondere erhielten sie den Hinweis, dass die Kapelle an jedem Sonntag zur Einkehr und Besichtigung geöffnet ist. Auch heutzutage werden dort noch regelmäßig Messen gelesen. In letzter Zeit haben dort auch vielfach Taufen stattgefunden und wurden kleinere Familienfeste begangen.

In den Jahren 1685 bis 1687, also vor mehr als 300 Jahren, wurde die Rückämper Kapelle von Rückämper Bauern zu Ehren der heiligen Dreifaltigkeit errichtet.

Acht französische Priester und ein Theologe, die während der französischen Revolution vor der Guillotine geflohen waren und emigrierten, fanden in der Zeit vom 18. Juli 1794 bis 1802 im Pfarrhaus in Enniger eine neue Heimat. Sie feierten in der Rückämper Kapelle heimlich und oft zu nächtlicher Stunde die heilige Messe.

Auch Diebe machten vor der Rückämper Kapelle nicht Halt. Sie stahlen in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar 1849 die hundert Pfund schwere Glocke. Nur Stücke davon konnten in der Ems wiedergefunden werden. Eine neue 20 Pfund schwere Kapellenglocke wurde gegossen, von der jetzt das Geläut erschallt.

Durch den Heimatverein Enniger erfolgte im Jahre 1956 eine Renovierung der Kapelle. In diesem Zusammenhang wurde die Kapelle um 2 Meter nach Osten verrückt.

Im Februar des Jahres 1974 hatte man mehr Glück, als eine aus Eichenholz geschnitzte Pietà gestohlen wurde. Anhand eines Fotos wurde das ursprüngliche Gnadenbild in einem Recklinghäuser Antiquitätengeschäft wiederentdeckt, identifiziert und zurückgegeben. Der Dieb konnte überführt werden und so gelangte die Pietà zurück nach Enniger.
Aus Sicherheitsgründen ist die Pieta in der Kirche St. Mauritius in Enniger aufgestellt. Zum 300jährigen Bestehen der Rückämper Kapelle im Jahre 1987 trat an seine Stelle in der Kapelle eine geschnitzte Replik.

Die komplette Westfront der Kapelle einschließlich Fachwerk wurde im Jahre 2003 erneuert und die Kapelle wurde auf ein neues Fundament gestellt.

Die Rückfahrt wurde von der Radfahrgruppe nach Beendigung der Kapellenbesichtigung angetreten. In Enniger hielt man in einem Cafe Einkehr und trank dort gemeinsam Kaffee. Dabei gab es ausreichend Gelegenheit zum Austausch der neu gewonnenen Eindrücke.

Über Tönnishäuschen und durch die Bauerschaft Halene gelangte die Radfahrgruppe wieder sicher nach Ahlen.

Fahrtstrecke der gesamten Tour: ca. 39 km (mit Umwegen).