Schnuckezeit ?!?!


Wir hier im Münsterland kennen diesen Ausdruck wohl weniger, aber unsere Gastautorin aus dem hessischen Teil Deutschlands, wird uns darüber etwas verraten.

Das ist z. B. in Hessen "Schnucke"


Ich weiß, Schnucke ist mein Laster

Eigentlich müsste ich so dünn wie eine Bohnenstange sein, da ich weder viele, noch große Portionen im Laufe des Tages vertilge. 2 Mahlzeiten am Tag, was sich Intervallfasten nennt, und ich schon seit Jahrzehnten praktiziere. Früher aus beruflichen Gründen und heutzutage, weil ich es so gewöhnt bin.
Wenn da nicht am Abend immer die Versuchung wie ein Werwolf über mich herfallen würde. Denn dem köstlichen Genuß von Schokolade, Pralinen, Eis oder Sahnetorten kann ich nicht widerstehen. Mit allem, was süß schmeckt, kann man mich in Versuchung führen. Leider!
So versuche ich mich wenigstens tagsüber gesund zu ernähren, soweit es in meinem Rahmen möglich ist.

Bis zu 70 Prozent unseres täglichen Kalorienbedarfs gehen aufs Konto von Herz, Kreislauf, Gehirn und Organe. Dieser so genannte Grundumsatz beträgt bei einem 80 kg schweren Mann rund 1.900 kcal, bei einer 60 kg schweren Frau immerhin noch 1.300 Kilokalorien.
1.300 Kilokalorien fürs Nichtstun.

Alles, was unser Körper täglich braucht, steckt zum Beispiel in:

1 Banane
1 Avocado
1 Tomate
1 griechischer Joghurt
40 g Haferflocken
200 g Broccoli
3 Walnüsse
1 Handvoll Erdnüsse
2 Liter Wasser

Diese oben beschriebenen Nahrungsmittel decken nicht den täglichen Kalorienbedarf von ca. 1300 kcal..

Einmal in der Woche: 150 g Fleisch oder Wurst und 200g Makrele oder Sardinen.

Ein Körper von ca 70 Kg braucht ca. 56 g Eiweiß tgl.

Fette: 30 % der tgl. Nahrung, davon 0,5 % Omega 3 Fettsäuren

Kohlenhydrate: 50 %

Ballaststoffe: ca. 30 g tgl.

Alles darüber hinaus, was wir in uns hineinschlingen, ist überflüssig. Ballast, der sich in Rettungsringen um unsere Taille ringelt oder dazu führt, dass man irgendwann nicht mehr seine eigenen Schuhspitzen sieht, weil sich ein Bauch dazwischen geschoben hat.
Man muss keine Unmengen an unterschiedlichsten Lebensmitteln in sich hineinstopfen, um aus der Nahrung alle wichtigen Spurenelemente, Vitamine, Eiweiße und Fette zu erhalten und schon gar keine Nahrungsergänzungsmittelchen. Sie schaden eher unserer Gesundheit, als nützlich zu sein.
Um sich gesund zu ernähren, gehört nicht viel, wenn man sich als Rentner nicht mehr anstrengend betätigt oder Kalorien verzehrenden Sport betreibt.

Atmung, Herzschlag und die Durchblutung von Muskeln und Organen verbrauchen ständig Energie. Je höher das Körpergewicht, umso so höher ist dieser Grundumsatz. Auch Alter und Geschlecht spielen eine Rolle. Dabei verbrennen Muskeln - auch im Ruhezustand - mehr Energie als Fettgewebe. Muskulöse Menschen tun sich daher beim Abnehmen leichter als solche, die viel Fettgewebe auf den Rippen tragen.

Jetzt weiß ich auch, warum ich mich mit Rettungsringen auf den Weg machen muss. Nicht um schwimmen zu gehen, sondern um meine Rettungsringe zu reduzieren, indem ich meinen inneren Schweinehund stramm Gassi führe und dabei die herbstliche Umgebung erkunde. Ob wir beide wollen, oder nicht!

© diekleinebenzmann