Frau Schulze Hektik: Shabby Look oder Shabby Chic?


Liebe Leser, so fing es an mit dem schönen, alten Küchenbuffet.

das Kuchenbuffet


„Zwei Menschen ehelich verbunden, die auch bereits ein Heim gefunden, wollen keineswegs darauf verzichten, sich die Wohnküche recht behaglich einzurichten.“

So in etwa, liebe Leser, habe ich ein altes Angebot aus den 50er Jahren gelesen. Zu einer Wohnküche, es war wie das heutige Esszimmer  ein schön eingerichteter Raum, gehörte ein wunderbares Küchenbuffet. Zu der Zeit wurden die Glasscheiben noch mit einem Gardinchen geschmückt, wie Sie es hier auf dem ersten Bild noch sehen. Leider fiel sie beim Rausnehmen aus dem Schrank schon auseinander und zerbröselte, sie war ja auch schon über 60 Jahre in diesem Schrank.

Wie Sie ja schon wissen, hat unsere Tochter viel Freude daran, alte Sachen aufzuarbeiten. Morgens in aller Herrgottsfrühe, wenn wir im „Oberhaus“ noch schlafen, ist sie oft schon wach und mag noch nicht herumwuseln. Dann schaut sie in ihrem Laptop nach, was es alles so Neues und Altes zu kaufen oder zu basteln gibt.

Die Frist des Anbieters aus der Nachbarstadt war schon fast abgelaufen, und er hatte es schon unter „zu verschenken“ geändert. Als sie dann eine Anfrage per Mail machte, ob der Schrank noch zu haben sei und wie viel er kosten sollte, kam die Antwort, sie könne ihn sich umsonst abholen, aber es müsse schnell gehen, am Wochenende wollen sie in ihre neue Wohnung ziehen.

Na, da wurde unsere Tochter aber flott, denn das Rentner-Ehepaar hatte sein Haus verkauft und wollte am Ende der Woche in den Norden zu den Kindern ziehen. Der Schrank gehörte der Mutter des Anbieters und hatte zuletzt als Vorratsschrank im Anbau gestanden. Er hatte einen etwas muffelnden Geruch angenommen, es war ja ein unbeheizter Raum. Aber dagegen konnte man auch was machen. Schalen mit Essig und des nachts offene Türen haben den meisten Geruch schon verschwinden lassen. Deshalb steht auch innen noch nichts im Schrank, und er ist nur hinter den Glasscheiben und oben drauf dekoriert. Zuerst hat Michaela mal den Schrank feucht abgeledert und den Staub und Schmutz der letzten Jahre entfernt. Dann wurde er mit einem hochwertigen Pflegemittel eingerieben und strahlte schon fast wie in alten Zeiten.

Die Dekoration hat in der ersten Zeit fast täglich gewechselt, aber sie hat ja auch genug Porzellan, welches auch damals in den 50er Jahren modern war.

Aber auf "Shabby weiß" wollte sie den Schrank nicht streichen, dazu war er ihr einfach zu schade und ich glaube, Sie liebe Leser, sind wie ich auch der gleichen Meinung, dass das gut war.

Für heute war es das mal wieder in Sachen "Shabby Look".

Ich sende aus dem Dörfchen liebe Grüße und wünsche Ihnen einen schönen November.

Ihre Frau Schulze Hektik