Wer erfand den Computer ?

Es waren, wie man vielleicht meinen möchte, weder Bill Gates von Mircosoft noch Steve Jobs von Apple. Sie sind zwar die Sterne am Computerhimmel von heute, doch

Konrad Zuse hat den ersten Computer der Welt erfunden. Vor 100 Jahren wurde er in Berlin geboren.

Konrad Zuse studiert Ingenieurswesen in Charlottenburg. Im Rahmen seiner Tätigkeit waren die statischen Konzeptionen stets verbunden mit vielen aufwendigen Berechnungen. Diese langwierigen und teilweise auch eintönigen Arbeiten führten extra dafür eingestellte Mitarbeiter aus. Dieses Problem wollte Konrad Zuse dadurch lösen, dass nach seinen Vorstellungen eine Maschine diese Aufgabe übernehmen sollte.

Dafür kündigte er 1935 seinen Traumjob bei den Henschel-Flugzeugwerken und experimentierte, nein nicht in einer Garage, sondern in einem Zimmer der elterlichen Wohnung an seiner Rechenmaschine.

Entschuldigung, aber jetzt kommt etwas Technik. Das muß bei einem solchen Thema einfach sein !!!

Schnell erkannte Konrad Zuse, dass er grundsätzlich neue Wege gehen musste, fernab der herkömmlichen Technik einer Rechenmaschine. Als Rechenbasis nutzte er für seine Maschinen das Dualsystem. Dieses System stellt alle Zahlen ausschließlich durch Einsen und Nullen oder durch eine Zusammenstellung von beiden dar. Hieraus folgt, dass Zahlen durch Schalter (ein/aus = 0/1) dargestellt werden. Dies ist auch die Basis heutiger Computer.

Der erste Rechner von Konrad Zuse (Z1) arbeitete noch ausschließlich mechanisch. Dazu sägte er Tausende Bleche mit einer Laubsäge zurecht. Weil der Apparat aber sehr laut und sehr schadensanfällig war, musste eine andere Lösung her.

Dazu gründete Konrad Zuse 1941 einen eigenen Betrieb. Es war die erste Firma der Welt, die sich auf den Bau von Computern spezialisierte. Mit seinem nächsten Rechner, dem Z2, setzte er neben mechanischen Teilen auch wirksam Relais (elektrische Schalter mit den Stellungen An/Aus) ein. Dieses ermöglichte ihm die Herstellung des ersten Rechners, der digital funktionierte. Das war der berühmte Z3.

Hier wurde elektrischer Strom nicht nur als Antrieb genutzt, sondern in den Schaltkreisen konnten Informationen gezeigt, gespeichert und verarbeitet werden.

Nun konnten erstmals Rechnungen über eine Tastatur eingegeben und ein Programm über einen Lochstreifen eingespeist werden. Die Z3 addierte und subtrahierte in etwa einer Sekunde, Divisionen und Multiplikationen dauerten etwa 3 Sekunden……..eine enorme Zeitersparnis zu den bisherigen Berechnungen durch Menschenhand und -hirn.

Konrad Zuse hatte eine bahnbrechende Idee….ab 1942 entwickelte er mit "Plankalkül" die erste Programmiersprache der Welt. Ohne Programmiersprache würde heute kein Computer arbeiten. Erfolgreich entwickelte und fertigte die Firma von Konrad Zuse Computer, die er überwiegend an Großbetriebe verkaufte. Im Jahre 1967 wurde seine Firma von Siemens übernommen.

Vor Konrad Zuse hatten sich schon mehrere Erfinder an die Entwicklung einer Rechenmaschine gewagt. So baute der Theologe Wilhelm Schickard 1623 eine "Rechenuhr", die alle vier Grundrechenarten schaffte.

Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716) war u.a. Philosoph und Mathematiker. Auch er baute Rechenmaschinen und bekundete erstmals das Dualsystem, mit dem alle Zahlen mit 0 und 1 dargestellt werden können…….die Methode, nach der auch heutige Computer noch arbeiten.

Die amerikanischen Wissenschaftler Eckert und Mauchly stellten 1946 den Computer "Eniac" vor. Seine Technik basierte auf Röhren, er rechnete im Dezimalsystem und war sogar leistungsfähiger als der Z3 von Zuse. Doch die Bauart des Z3 ähnelt mehr den heutigen Computern.

Eine Welt ohne Computer können wir uns nicht mehr vorstellen. Konrad Zuse hat durch die Verknüpfung vieler guter Ideen den Weg in ein neues Zeitalter bereitet.