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Die Marienburg

Am südlichen Rand der Region Hannover in der Gemeinde Pattensen befindet sich auf 135 Metern Höhe am Südwesthang des Marienberges die Marienburg.

Das Schloss mit 130 Räumen wurde in den Jahren 1857 bis 1867 nach Plänen von den Architekten Conrad Wilhelm Hase und Edwin Oppler im deutschen neugotischen Stil erbaut.
Etwa 2 km südlich vom Marienberg liegt die Gemeinde Nordstemmen, die zum Landkreis Hildesheim gehört. Das Schloss bildet zusammen mit dem Bahnhof von Nordstemmen, der zeitgleich als königlicher Bahnhof für das Schloss ausgebaut wurde, ein Ensemble.
Beim Bau von Schloss Marienburg wurde der Marienberg zum romantischen Schlosspark umgestaltet.
Das Schloss Marienburg ließ der blinde König Georg V. von Hannover als Sommerresidenz, Jagdschloss und späteren Witwensitz erbauen. Es war ein Geschenk an seine Ehefrau, Königin Marie, zu ihrem 39. Geburtstag am 14. April 1857. Königin Marie und ihre Tochter Mary bewohnten das Schloss in den Jahren 1866 bis 1867.

Georg V. gab dem Rehberg als angekauftem Teil des Schulenburger Berges in der Schenkungsurkunde den neuen Namen Marienberg. Die geplante Burg nannte er Marienburg. Beide Namen enthalten den Rufnamen seiner Frau Marie.
Als Privatbesitz der Königin wurde das Schloss von Preußen nach der Annexion des Königreiches Hannover nicht enteignet; es blieb im Besitz der Welfen.
Noch in den Jahren 2019 - 2021 war die „Marienburg“ in zahlreichen Tageszeitungen und insbesondere auch in der Regenbogenpresse ein viel behandeltes, spannendes Thema. Das Oberhaupt der Welfen, Ernst August von Hannover (der Ehemann von Caroline von Monaco) verlangte von seinem Sohn, dem Erbprinzen Ernst August von Hannover, den in den Jahren 2004 und 2007 in vorweggenommener Erbfolge geschenkten Grundbesitz wegen „groben Undanks“ wieder zurück. Zu dem betroffenen Grundbesitz gehörte auch die „Marienburg“.
Anlass zu dieser Rückforderungen des Vaters, waren die Veräußerungspläne seines Sohnes, die dieser mit der öffentlichen Hand wegen des hohen Sanierungsbedarfs (ca. 27 Millionen Euro) an dem Schloss führte.
Das Schloss samt Inventar wurde im Jahre 2020 in die „Stiftung Schloss Marienburg“ überführt.
Stiftungszweck ist die konservatorische, wissenschaftliche und kuratorische Erschließung sowie Erforschung des Kulturerbes der Welfen im Schloss. Ein weiteres wesentliches Ziel ist die bauliche Instandsetzung des Schlosses.
Seit dem Jahr 2012 dient das Schloss auch als Filmkulisse für Dokumentationen und Märchenfilme.
Als zentrales Kulturdenkmal Niedersachens können die historische Schlossanlage samt noch vorhandenem Inventar sowie der Schlosspark jetzt besichtigt werden. An Wochentagen werden Führungen durch die Räume angeboten. Die Besichtigung der Räume bietet eine Zeitreise in die Verhältnisses des 19. Jahrhunderts und die wechselvolle Geschichte des Welfenhauses.
Vom Schlossturm und von der Südseite des Schlossgebäudes aus hat man einen weiten Blick über das Leinetal.
Ein Turmaufstieg ist leider wegen der umfassenden Sanierungsarbeiten zur Zeit nicht möglich.
© Günther Andres
Fotos: Günther Andres
 

Foto: ga

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