Hobbys am PC

Die Unterschiede von Malen und Zeichnen am PC

Hallo liebe PC-Freunde,
ich möchte euch heute einmal grob die Unterschiede zwischen malen und zeichnen am PC näherbringen. Ich hatte euch beim letzten mal schon Vorschläge gemacht für Programme, die sich bevorzugt für die eine oder andere Art des Arbeitens am PC eignen. Für die klassische Bildbearbeitung gibt es viele Programme, die mehr oder weniger umfangreiche Funktionen zur Verfügung stellen. Ein Programm, dass eine große Funktionsvielfalt bietet und auch kostenlos über den zur Verfügung gestellten Link herunterzuladen ist, wäre beispielsweise "GIMP". Zur Besonderheit der, wie "Gimp", schon sehr umfangreichen Programme, gehört, dass diese ein "proprietäres" Format benutzen, um umfangreich gestaltete "Bilder" mit allen, in dem Programm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, dauerhaft abzuspeichern. Hört sich kompliziert an? Ist es aber nicht! Eine grundlegende Eigenschaft solch eigener Dateiformate wie bei Gimp das Format .xcf ist das Anlegen mehrere Ebenen, die für sich gesehen einzelne übereinanderliegende Bilder darstellen. Mittels verschiedener Filter, Masken und Mischmodi sowie Transparenzen, hat man hier sehr viele Möglichkeiten, die Ausgabe der Bilder zu beeinflussen. Solange man die Erstellung oder die Bearbeitung noch nicht endgültig abgeschlossen hat, empfiehlt es sich, die Datei in diesem "eigenen" Format abzuspeichern. Man kann zu jeder Zeit aus diesem Format heraus ein Bild in ein gängiges Format wie .jpg oder .png exportieren, um es der endgültigen Verwendung zuzuführen. Der Export in das jpg. Format reduziert dann das Bild wieder auf eine einzige Ebene und macht es für die weitere Verwendung, wie die Bestellung von Abzügen bei einem Dienstleister, kompatibel. Leider sind damit die Möglichkeiten, nachträglich Änderungen an dem Bild vorzunehmen, eingeschränkt. Deshalb sollte man eventuell das "proprietäre" Format nicht unbedingt löschen, falls man sich hier alle Möglichkeiten der Nachbearbeitung offen halten möchte. Allerdings wird die ursprüngliche Dateigröße der .xcf-Bilder mit der Anzahl der angelegten Bildebenen multipliziert. Da heute Speicherplatz auf den Datenträgern aber nicht mehr als großes Problem in Erscheinung tritt, kann man diesen Aspekt vernachlässigen. Man bearbeitet ja nicht alle Bilder in der Form, dass man die Bilder im proprietären Format abspeichern muss! Falls das pixelorientierte Arbeiten noch nicht ganz klar ist, hier nochmal ein kleines Beispiel: Falls ich zu Hause einen 4K bzw. Ultra HD-Fernseher habe, kann dieser in der Horizontalen 3840 und in der Vertikalen 2160 Pixel darstellen. Das macht insgesamt eine Anzahl von 8294400, also ca. 8,3 Millionen Pixel. Lege ich ein neues Bild in dieser Größe an, habe ich unabhängig vom Inhalt des Bildes, eine dementsprechende Dateigröße, egal ob das Bild ganz weiß oder ganz schwarz ist. Im Bildbearbeitungsprogramm kann ich anhand diverser Werkzeuge jedem der 8,3 Millionen Pixel eine Farbe zuweisen. Das ändert rein theoretisch die Dateigröße nicht! Habe ich eine Bilddatei im .xcf Format mit zwei Ebenen, habe ich im Prinzip schon die doppelte Dateigröße, auch wenn auf dem Bild alles nur weiße Pixel oder Transparenz vorhanden ist, wir also eine "leere" Leinwand haben. Exportiere ich jetzt diese Datei ins .jpg-Format, reduziert sich die Dateigröße theoretisch wieder auf die Hälfte. Auf dem PC oder Fernseher sehe ich dann ein komplett weißes Bild, aber in ausgezeichneter Qualität! Was jetzt noch die Dateigröße beeinflusst, ist die Farbtiefe und die Kompression der Datei, doch dazu kommen wir zu einem späteren Zeitpunkt.
Einen anderen Ansatz macht das Zeichnen am PC. Hier kommen Programme zum Einsatz, die vektororientiert arbeiten. Hierzu gehören zum Beispiel auch Programme, die für technisches Zeichnen verwendet werden, aber auch solche, die mehr im kreativen und künstlerischen Bereich eingesetzt werden wie zum Beispiel das bereits erwähnte Programm "Inkscape". Der Grundsatz hier ist, dass mit Formbeschreibungen gearbeitet wird. Die Formen können zum Beispiel Linien, Kreise, Polygone, Rechtecke sein, die eine spezifische Ausrichtung und Größe haben. Für jedes Element werden zum Beispiel Linienstile und Attribute wie Farbfüllungen festgelegt. Beispiele für vektorbasierte Dateien wären ein Firmenlogo, Familienwappen, Comiczeichnungen oder auch eine technische Zeichnung. Hier wird jedes Element einzeln gespeichert und die Ebene dafür festgelegt. Jedes der Elemente kann nachträglich in jeder Art und Weise verändert werden, ohne dass es zu Qualitätseinbußen kommt. Das Format, in dem dieses Bild gespeichert wird, ist bei Inkscape ein proprietäres .svg-Format. Die Ausgabe eines Pixel-Formates, dass eventuell zur weiteren Nutzung erforderlich ist, kann hier unabhängig von der Größe der .svg-Datei in einer beliebigen Größe erfolgen, wenn keine "Pixel-Elemente" eingebunden sind. Weil die Vektorelemente in der Regel verlustfrei skaliert werden können, sind theoretisch auch Ausgabeformate in extremer Größe, abhängig von der technischen Ausstattung, möglich. Im Gegensatz zum Bereich der Bildbearbeitung, wo schon zu Beginn festgelegt sein sollte, welche Größe bzw. Qualität für die Bildausgabe benötigt wird, ist es bei Vektordaten ein untergeordnetes Problem.

Ich kann hier leider nur die grundsätzlichen Unterschiede zwischen den Programm-Kategorien aufzeigen. Im Detail ist es oft so, dass sich in den größeren Malprogrammen zum Teil auch vektorbasierte Funktionen abrufen lassen, genauso wie in den Zeichenprogrammen pixelorientierte Funktionen. Auch gibt es Programme oder Programm-Suiten, die alle Möglichkeiten unter einer Oberfläche bieten. Ihr könnt euch vorstellen, dass diese einen immensen Funktionsumfang haben und nicht immer sehr übersichtlich sind. Ausserdem sind es oft kommerzielle Produkte, die als Einmalkauf oder im Abo angeboten werden.

Beim nächsten mal möchte ich euch die Möglichkeit vorstellen, diverse Programme vom USB-Stick zu starten, ohne diese direkt auf dem PC zu installieren. So hinterlasst ihr keine Spuren auf dem PC und könnt die entsprechenden Programme ausprobieren, bevor ihr sie dann eventuell doch direkt auf dem PC installiert, falls sie euch gefallen. Der Start der Programme ist je nach Schnelligkeit des Sticks bzw. der USB-Schnittstelle, ggf. langsamer als bei der direkten Installation.

Liebe Grüße: T.K.