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Eine Beziehungsgeschichte:


Vater und Tochter oder Leni und Papa!
Vater 45 Jahre alt, Leni 10.
von unserer Gastautorin Ilse W. Blomberg

Leni sitzt zusammen mit ihrem Vater im Wohnzimmer. Es ergibt sich folgendes Gespräch:

Papa:
Was schreibst du denn da? Hast ja einen Riesenblock vor Dir. Also ich wollte auch schon mal Schriftsteller werden

Leni: „Papaa!!!!!“

Ich frag ja nur, sonst denkst du noch, ich wäre nicht interessiert.

„Papaa.......“

Du bist meine einzige Tochter, da interessiert sich der Vater nun einmal. Zwei Töchter wären auch schön gewesen.

„Papaaaa“

Ja gut, ich störe dich jetzt nicht länger. Ich lese meine Zeitung und du sitzt da und schreibst.

„Gut....“

Worüber schreibst Du denn oder willst du schreiben.

„Ich schreibe über die Liebe

das heißt, würde ich gern schreiben.“

Haaaaa, na so was, über die Liebe,

Ich dachte, Du bist zu alt für die Kinderkirche, so „Gottes Liebe ist so wunderbar“

„Papaa, du nervst.“

Ja, ich hatte auch schon früh ernste Gedanken. Ich wollte sogar mal ….....

„Papaa......“

Ja, dann fang mal an. Ich lese dann weiter in meiner Zeitung.

„Gut!“

Bist Du etwa in Deinen neuen Lehrer verliebt, den Milchreisbubi? Also, als ich den gesehen habe, dachte ich: Softeis kauft man besser in Dänemark mit Streuseln. Haaaa!

„Papaa.....“

Ja, dann will ich mal den Artikel weiterlesen. …....................................................

Manche verlieben sich auch in so Stars. Also ich zum Beispiel war mal wirklich und richtig mit Herzblut in eine schwedische Schauspielerin verliebt. Was aus der wohl geworden ist? Du, die konnte singen und schauspielern. Ich glaube, die lebt noch.

„Papaa, lass es!“

Ja, dein Vater war mehrmals verliebt und wie, z.B. in eine Mitschülerin. Wie hieß die denn noch? Jedenfalls hat mir deine Mutter später besser gefallen.
Sag mal, hast du einen Schauspieler im Auge? Dann kann ich so deinen Geschmack besser einschätzen.

„Papaa.....“

Also, wenn du über die Liebe schreibst, was peilst du denn dann an? Hand in Hand mit jemandem gehen?, oder mehr nur in die Sterne gucken?
Oder mit dem Kaplan im Ferienlager „Jesus liebt mich, warum auch nicht“ singen?
Haaaa!

„Papaa......“

Gut, ich bin ja schon ruhig, sonst heißt es wieder: ich hätte kein Verständnis.

„Ich gehe jetzt in den Garten, Vater und schreibe das Gedicht.“

Was heißt das denn: Vater? Bin ich plötzlich alt geworden?

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„Mein Gedicht über die Liebe in gereimter Form

Nur für mich allein.

Ich bin jung und noch nicht alt

bin auch echt in niemanden verknallt.

Mach mir nur Gedanken eben

über die Liebe und das Leben.

Ich liebe den Frühling und auch den Winter,

die Rosen im Juni und die Hecke dahinter.

Ich liebe Bücher und Musik

dann noch Schokolade Stück für Stück.

Liebe, die tut den Augen gut,

wenn sie auf einer Blume ruht.

Liebe das ist ein schöne Sache

wenn ich zum Beispiel über unseren Flocki lache.

Ich liebe auch manche Menschen sehr,

auch meine Eltern in den Ferien am Meer.

Mein Papa meint, er hätte Ahnung,

doch das sei gesagt zur Mahnung:

er hat keinen bloßen Schimmer,

lacht gern laut

und redet immer.“

Ilse W. Blomberg