Frau Schulze Hektik hat gelesen:
- Allgemeines
"Die Waldkapelle"
Die Waldkapelle
Frau Geheimrat Hartmann wünscht ihre Sommerfrische in einem kleinen Schwarzwalddörfchen zu verbringen.
Da sie weiß, dass der Andrang sehr groß ist, fährt sie einige Wochen vorher dorthin, um sich nach ihrem Geschmack zwei Zimmer zu suchen.
Der Dorfbürgermeister begleitet sie auf ihrem Gang. Sie fand das Gewünschte und fuhr befriedigt ab. Da fiel ihr zu Hause ein, dass sie vergessen hatte zu fragen, ob auch ein Wasserklosett vorhanden sei. Sie bat den Dorfbürgermeister in einem Brief um Auskunft, schrieb aber das Wort Wasser-Closett nicht aus, sondern nur W.C.
Der Dorfschulze las das Schreiben aufmerksam durch, aber trotz eifrigen Nachdenkens, kam er nicht darauf, was W.C. zu bedeuten habe.
Er ging deshalb zum Pfarrer und fragte ihn um Rat. Nach langem Hin und Her kamen beide darauf, dass mit W.C. nur die eben erst errichtete Waldkapelle gemeint sein könne. Voll Freude schrieb nun der Bürgermeister Huber folgenden Brief an Frau Geheimrat Hartmann:
„W.C. ist vorhanden und liegt eine halbe Stunde vom Dorf entfernt, inmitten eines schönen Tannenwaldes. Schon wegen der schönen Lage ist ein Besuch zu empfehlen. Geöffnet ist W.C. mittwochs, samstags und sonntags.
Es empfiehlt sich, schon eine Viertelstunde früher hinzugehen, da der Andrang sehr groß ist. Doch Sie brauchen keine Angst zu haben, denn es sind 60 Sitzplätze vorhanden.
Auch für Stehplätze ist gesorgt. Die Fremden sitzen auf der Galerie, um die Vorgänge besser überblicken zu können. Bei schönem Wetter findet die Sache im Freien statt. Sonntags empfiehlt sich der Besuch besonders, da Orgelbegleitung dabei ist.
Die Akustik ist sehr gut, die Töne können im Umkreis von 100 m gehört werden.
Für eventuelle Hilfeleistungen steht der Meßmer jederzeit zur Verfügung.
Auf ein baldiges Wiedersehen hoffend, grüßt Bürgermeister Huber
(Autor unbekannt)