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Ist Ahlen ohne SINN sinnlos?


SINN-Netzwerktreffen im Rathaus

Unter dem Motto „Wie sieht SINN in 2027 aus?“ lud das Team der Leitstelle „Älter werden in Ahlen“ zum diesjährigen SINN-Netzwerktreffen ein.

„Es war an der Zeit, uns mit alten und neuen SeniorenaktivistInnen neu aufzustellen. Darum sind wir zunächst der Frage nachgegangen, wo das Netzwerk in zehn Jahren stehen will“, erläuterte Cristina Loi, Leiterin der Leitstelle, die Zielsetzung der Konferenz. Angesprochen waren die Mitglieder im SINN-Netzwerk sowie Gruppenleitende, Aktive und Teilnehmende der vielen Ehrenamtsangebote in Ahlen. Etwa 20 Personen waren erschienen.

Neben der persönlichen Perspektive „SINN 2027“ wurden die Teilnehmenden zunächst aufgefordert, sich „frei von der Leber“ zu den Fragen „was läuft gut im Netzwerk“ bzw. „was läuft vielleicht nicht so gut“ zu äußern. Positiv wurde vermerkt, dass das Netzwerk einen guten Rahmen für sinnvolle ehrenamtliche Tätigkeiten, für Arbeit an gesellschaftlich relevanten Themen sowie zahlreiche Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung bietet. Ehrenamtliche Arbeit mache viel Freude und erfülle mit Stolz. Zwischen den und innerhalb der Gruppen gebe es einen guten Zusammenhalt, man gehe freundlich miteinander um. Die Koordinationsarbeit der Leitstelle wurde gelobt.

Aber auch kritische Stimmen wurden laut, so etwa an der fehlenden Wertschätzungskultur oder an der als ausbaufähig empfundenen Öffentlichkeitsarbeit. Einige SINN-Gruppen wirken „geschlossen“, andere seien zu sehr an eigenen Vorteilen orientiert. Bürokratische Hürden, wie die Vorlage des polizeilichen Führungszeugnisses oder als hemmend empfundene Bestimmungen im Vereinsrecht, wurden bemängelt. Ehrenamtliche tätige SportlerInnen erfahren vielfältige Wertschätzungen, Entsprechendes für „nicht-sportliche“ Bereiche würde fehlen.

„In den nächsten Jahren wird sich das SINN-Netzwerk in vielerlei Hinsicht neu orientieren müssen.“ Fachbereichsleiterin Ulla Woltering sieht vor allem in der Ansprache und Mobilisierung neuer Ehrenamtlicher die größte Herausforderung. „Der Trend geht weg von der Langzeitbindung an ein Ehrenamt hin zum kurzzeitigen, eher projektbezogenen Engagement.“ Die Ansprache müsse persönlicher werden und eher themenbezogen erfolgen. Bürokratie gehöre abgebaut, ehrenamtliche Projekte finanziell abgesichert. Der Netzwerkgedanke solle verstärkt, Themen wir Altersarmut, Sport und Kultur stärkere Berücksichtigung finden.

Loi zeigte sich mit den Ergebnissen des Netzwerktreffens hochzufrieden und forderte auch im Weiteren auf, sich rege an der Diskussion zu beteiligen. Für die Leitstelle versprach sie, sich „unverzüglich an die Arbeit“ zu begeben. Erste Ergebnisse sollen zum nächsten Netzwerktreffen, das noch in diesem Jahr stattfinden wird, vorliegen. Zwischenzeitlich findet die nächste SINN-Konferenz am 1. September in der Familienbildungsstätte statt.

Weitere Informationen in der Leitstelle, Tel. 02382 – 59 467.

SINN = Senioren in neuen Netzen