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Karneval ist (fast) überall!

Denken wir an Karneval, dann fallen uns sofort die Hochburgen am Rhein  ein.  Auch anderswo kennt Mann und Frau den Karneval

Der Karneval in Rio/Brasilien findet zum gleichen Zeitpunkt wie in bei uns statt. Nur sind es nicht die Narren, die sich hier im Straßenkarneval tummeln. In Rio ist der Karneval ein Wettstreit zwischen den Samba-Schulen. Ähnlich wie bei uns im Fußball, so sind die Samba-Schulen (Escola de Samba) in Ligen eingeteilt. Es gibt eine Spitzengruppe (Grupo Especial) und 4 Ligen. Die Spitzengruppe besteht aus 12 Samba-Schulen und nur sie dürfen sich am Sonntag und Montag im sogenannten „Sambódromo“ dem Publikum und den Preisrichtern in einer Karnevals-Parade präsentieren.


Dabei entscheiden sich die einzelnen Schulen jedes Jahr für ein bestimmtes Thema. Danach schmücken sie ihre Wagen und ihre Kostüme......das bedeutet reichlich Arbeit für ein ganzes Jahr. Neben der  Dekoration werden auch die Tanzeinlagen, der Rhythmus sowie die harmonische Darstellung der Gruppe von den Preisrichtern beurteilt.


In jedem Jahr steigt die Samba-Schule mit der besten Punktzahl aus der 1. Liga in die Spitzengruppe auf. Das hat natürlich zur Folge, dass die Schule in der Spitzengruppe mit den wenigsten Punkten in die 1. Liga absteigt. Mit den anderen Ligen verhält es sich ebenso........also genau wie beim Fußfall. Aus den Einnahmen, die durch  Zuschauer und Werbung im „Sambódromo“erzielt werden, erhält der Gewinner der „Grupo Especial“ einen Geldpreis.........doch was ist schon Geld gegen die Ehre, zur Siegertruppe zu gehören?



Der Karneval in Venedig/Italien soll wahrscheinlich im 16. Jahrhundert nach der großen Pest entstanden sein. Auf Maskenbällen wurde maßlos gefeiert, so dass  schon bald die Ordnung in der Stadt verloren ging. Aus Angst vor etwaigen Verschwörungen wurden  die Feste verboten. Offiziell gibt es den Karneval in Venedig wieder seit 1980. Er wurde vom dortigen Fremdenverkehrsverein wiederbelebt.


Das Besondere am venezianischen Karneval sind die originellen Masken. Die Feder- und Stabmasken, oftmals edel gearbeitete Kunststücke, werden Bauta genannt. Heute sind  aber auch neue einfallsreich gestaltete Masken zu sehen.  Dadurch gilt der Karneval in Venedig, der übrigens 10 Tage dauert,  weltweit als eine der schönsten Karnevals-Veranstaltungen.



In Basel wird Fastnacht gefeiert......und das seit dem 16. Jahrhundert. Ganz anders als bei uns  findet der Umzug dort erst am Montag nach Aschermittwoch statt....und ganz so fröhlich wie am Rhein geht es dort auch nicht zu, sondern es ist eher eine ernste und geordnete Angelegenheit. Schon morgens um 4 Uhr, wenn alles noch dunkel ist, beginnt dieser sogenannte „Morgenstreich“. Dann und auch nur dann wird  der Morgenstreich-Marsch gespielt. BunteThemen-Laternen, die bis zu 4 m hoch sein können, nehmen die Politik heftig „auf´s Korn“. Die Zuschauer am Straßenrand sollten das Fotografieren mit Blitzlicht unterlassen, ebenso das Tragen einer Pappnase oder eines Clown-Kostüms sowie das Anfassen der Masken. Bei Tagesanbruch ist der Spuk vorbei und die Akteure verrichten nunmehr wie immer ihre Arbeit.......undenkbar beim rheinischen Karneval. Am Nachmittag geht es weiter mit dem nächsten Umzug durch die Stadt und am Abend geht es in die Kneipe. Am nächsten Tag gibt es in Basel die sogenannte „Guggenmusik“. Pauken, Flöten und Bässe der kostümierten Musikgruppen machen dann höllisch laute Katzenmusik.



In Frankreich fand der Karneval bis ins 18. Jahrhundert hinein ähnlich wie in Venedig  zunächst in Form von großen Maskenbällen statt, später wurde auch auf der Strasse gefeiert. Doch infolge der Revolution verlor das maskierte Feiern in der Hauptstadt allmählich seine Bedeutung, jedoch in Nizza blühte der Karneval auf. So ungewöhnlich es wohl klingen mag, zunächst bewarf man sich  mit Mehl, Eiern und Konfetti.


1873 kamen dann die Einwohner der Stadt auf den Gedanken, ihre Karrossen überschwenglich zu schmücken und mit ihnen durch die Straßen der Stadt zu fahren. Damit war eine neue Form des Karnevals geboren. Seit dieser Zeit findet der jährliche Umzug statt......mit viel Blumen, die durch die Luft fliegen und ebenso viel Musik. Noch heute ist der bekannteste Karneval in Frankreich der in Nizza.



In Spanien wird ebenfalls Karneval gefeiert und dies geschieht regional sehr unterschiedlich. Auf Teneriffa ist er besonders unter den Touristen bekannt und beliebt.
Der Karneval in Cadiz ist ebenso bedeutend.

Nicht  so namhaft, dafür aber sehr geschätzt ist der Karneval in Pego. Am Ende des Festes steht die Beerdigung einer Sardine auf dem Programm. Es ist ein Schauspiel, dass  mittlerweile viele Besucher anzieht. Zunächst beginnt das Fest mit einer Bootsfahrt. Dabei kann alles mitmachen, was annähernd wie ein Schiff aussieht und auf dem Wasser schwimmen kann. Das löst natürlich großen Spaß bei den Akteuren und den Zuschauern aus.
Kostüme werden ausgezeichnet und in ganz Pego wird rund um die Uhr getanzt und geböllert. Der Ort kommt erst wieder zu seiner gewohnten Ruhe, wenn die Sardine beerdigt worden ist.

Wenn Sie jetzt beim Lesen der Bazillus Karnevalitis erwischt haben sollte, dann wissen Sie ja, wohin die Reise gehen kann, um Karneval einmal anders zu erleben. Sind Sie nicht im Entferntesten an Karneval interessiert, na ja....dann kann entsprechendes Wissen auch nicht schaden, oder.....?