Marietta Rackow: "Silvesterspaß"
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Zum Jahresabschluß hat unsere Gastautorin Marietta Rackow eine kleine Geschichte geschrieben. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!
Silvesterspaß
Jetzt war Weihnachten vorüber und heute war schon Silvester. Während der ganzen Weihnachtsferien hatte trübes, graues Schmuddelwetter geherrscht. Heute war es etwas kühler geworden. Der Regen hatte sich gegen Abend mit Schneeflocken durchsetzt.
Den Jahresabschluß beging zunächst jede Familie an dieser kurzen Nebenstraße im eigenen Heim. Aber kurz nach Mitternacht traf man sich auf der Straße und wünschte sich gegenseitig ein gesegnetes und glückliches Neues Jahr. Die Väter ließen mit den Kindern Silvesterknaller und -raketen los. Die Jugend bejubelte das lautstark. Die Mütter standen frierend beieinander und hofften auf ein baldiges Ende dieser Aktion. Die Jugend war überzeugt, dass mindestens das Wetter schon mit den Glückwünschen ernst gemacht hatte, denn inzwischen hatte sich der Regen in den langersehnen Schnee gewandelt und die Welt mit einer weißen Pracht überzogen.
Sehr bald zog es die Erwachsenen ins Warme. Man versammelte sich im Partykeller einer neu hinzugezogenen Familie, um dort noch gemeinsam etwas zu feiern.
Die Kinder wollten den Schnee genießen und lieferten sich erst einmal eine Schneeballschlacht. Irgendwann mussten sie sich auf die Gestaltung eines Schneemannes geeinigt haben. Mitten auf der Straße hatte man genügend Platz für einen gigantischen Schneemann.
Der Schneeriese wirkte wie ein Verkehrspolizist. Nur nahm er so viel Platz ein, dass er für zwei Garagen die Ausfahrt blockierte und dem Durchgangsverkehr jegliche Weiterfahrt verweigerte.
Zunächst wollten die Kinder die Reaktion der Eltern gar nicht verstehen. Sie protestierten, als diese die Zerstörung ihrer Schöpfung forderten.
Beflügelt durch die gute Laune (und auch wohl durch Alkoholgenuss, oder war es das Kind in jedem Mann?) kamen aber dann die Väter auf die Idee, den Schneeriesen in einen Garten umzusiedeln. Gemeinsam machten sie sich mit den Kindern ans Werk. Das rief bei dem jungen Volk große Freude hervor. Nach gelungener "Umsiedlung" waren Jung und Alt erschöpft aber stolz und glücklich.