"Niees ut Voerem" - Plattdeutsch auf der Seniorenseite
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„Libbet van Poggenstohl“ unterhält uns mit ihrer Sicht und mit ihren Tagesgeschichten zum/aus dem Dorf. Diesmal geht es um das Thema „Was ist eigentlich Kultur?“ (mit Übersetzung).
Wat is eegentliks Kultur?
Kultur, wat is dat örverhaupt, ik häff ärstmaol in son Lexikon kieken un do stonn ne ganze Litanei. Son paar häff ik harut socht. Kultur is: die Summe der Bestrebung einer Gemeinschaft, sowie Fürsorge und Zusammenhalt. Fö mi is Kultur ouk guedet Benirmen. Jäh, alls hätt so siene Kultur, fank ik doch maol met de Wahlkultur an. Do mot ik seggen dat is bie so mancheen Raotsmitglied up de Strecke bliewen. Et fonk alls so gurt an met de drei Kandidaten, jedereen mok dat Beste drut. Un dann wassen et bloß no twee – Ulla Woltering un Dr. Berger, sowiet so gued, wenn nich een son Schraotlaiper derbe leige örver de Beiden hertrocken hä. Sowat döht man nich, mein ik. Jäh, ik gleif de “guede Mann“ kann met dat Wort Kultur nix anfangen, he hätt sirker an denn Dag feihlt, äs de Magister in’ne Schaol wat von Kultur vötellt hätt. Nu ist een Daon, et is vöbie – wieh häfft een niehen Börgermester.
In Tünshüsken, do löp dat ganz anners, de västaoht wat von Kultur, de kanns sogar seihen!! De haolt tosammen un stellt wat up de Been. Wenn se dat ouk anners schriewt – Hof kultour – dat bedütt gleiw ik, dat man met een Felizipe von Hof tou Hof unnerweggens is.
Bi Lürings wor son nett Stücksken upspierlt met ‘en Bankörverfall, von de drögen Schnüffelkes. Över de bliewen nich dröge – et gaff Beer ut Tünshüsken.
Up ‘en Hof Wienker gafft een örnliken Kaffee un een groutet Stück Koken, alls von Petra backet. Son Trupp Fraulüh gaffen, utstraffert met Kleeder von fröher, mittelöllerlike Supleedkes toom Besten.
Jäh, bie Debbelt – Tripp gafft derbe wat to Lachen, de Besökers konnen siek alle met inbrengen. Eene säch, bi mi döht de ganze Mule all weh von’t Lachen. Un een paar Dage later stonn morns in’t Dageblättken dat et up Hof brannt hätt un genau tiergen denn Kamin. Do häff ik dacht, de Görnersfrau Maike hätt sierker Sundachs kaolle Föte kriegen un Stefan hätt so gued mennnt un den Orm örnlik stöükert domet et seine Frau schön warm har un kineen denkt glieks an’t Leighste.
Nich bloß Kabarett, nee ouk lecker Iärten un Drinken un sogar Ijs gafft up’en Hof bie Groute – Frie. Dann kammen noch twee Putzwiewer, häfft alle Lüh de Brillen putzt domet se ouk denn richtigen Dörblick behöllen. Et feihle an nix.
Auk bie Riepings bruke kineen schmachten, wenn de twee Mannslühe fö schöne Dönkes sorgenden.
Gitti Berghoff, de junge Frau up’Hof, hätt nich bloß een Händken fö de Piär, nee se konn de ouk met küern. Sowat har ik no nie seihen, de junge Frau fliesterde dem Piärd ganz sachte wat in’t Ohr un dat Piärd hätt ‘et up Kommando forts ümsett. Een maol wull’t nich so recht klappen, dat Piärd stelle siek stur, et gonk nich in vörn – do wull ‘set anschuwen over et dei siek nix – et bleff fast staohn. Do kamm so‘n kleenet Lütken up dat Piärd tou, striebelte et so sachte, pock ‘et an Kopp un dat Piärd sette siek up’de Stiär in Bewegung. Ik säch ja ouk, ümmers sachte met de jungen Piär, dat Resultat kann siek seihen laoten.
Urse Blasorchester was met’en Trecker unnerweggens un spierlten örwerall up.
De Ehelüh Bomber wassen äs Gendarmen up’en Patt, domet all’s siene Ordnung har.
So vierl tou de “Kultur up’e Spur“!
Juhe Libbet!
Was ist eigentlich Kultur?
Kultur, was ist das überhaupt? Ich habe erst mal ins Lexikon gesehen und da standen etliche Erklärungen. Einige habe ich herausgesucht. Kultur ist: die Summe der Bestrebung einer Gemeinschaft, sowie Fürsorge und Zusammenhalt. Gutes Benehmen gehört für mich auch zu unserer Kultur.
Ja, alles hat so seine Kultur, da fange ich doch mal mit der Wahlkultur an. Da muss ich sagen, die ist bei so manchem Ratsmitglied verloren gegangen. Alles fing so gut an mit den drei Kandidaten, jeder machte das Beste daraus.
Dann waren es bloß noch zwei, Ulla Woltering und Dr. Berger, soweit so gut, wenn nicht so ein Quertreiber böse über die Beiden geredet hätte. So etwas macht man nicht, meine ich. Ja, ich glaube der gute Mann kann mit dem Wort Kultur nichts anfangen, er fehlte sicherlich an dem Tag, als der Lehrer in der Schule über Kultur sprach. Nun ist es egal, es ist vorbei und wir haben einen neuen Bürgermeister.
In Tönnishäuschen, da läuft es ganz anders, die verstehen was von Kultur, das kann man sogar sehen!! Die halten zusammen und stellen was auf die Beine. Wenn es auch anders geschrieben ist – Hofkultour – das bedeutet glaube ich, mit dem Fahrrad von Hof zu Hof unterwegs zu sein.
Bei Lürings wurde ein nettes Theaterstück aufgeführt, mit einem Banküberfall von der Theatergruppe – de drögen Schnüffelkes. Aber die blieben nicht trocken, es gab Bier aus Tönnishäuschen.
Auf dem Hof Wienker gab es einen ordentlichen Kaffee und ein großes Stück Kuchen, alles von Petra gebacken. Eine Gruppe Frauen (Cornetto - Chor), gekleidet in historischen Kleidern, gaben mittelalterliche Trinklieder zum Besten.
Ja, bei Debbelt – Tripp gab es ordentlich was zu lachen, sogar die Besucher konnten sich mit einbringen. Jemand meinte, dass ihm schon das ganze Gesicht vor Lachen wehtat. Und ein paar Tage später stand morgens in der Zeitung, dass es auf dem Hof gebrannt habe, genau neben dem Kamin. Da dachte ich, die Gärtnersfrau Maike hat am Sonntag sicher kalte Füße bekommen und Stefan meinte es gut und heizte den Ofen ordentlich an, damit es seine Frau schön warm hatte, und an das Schlimmste denkt ja auch keiner.
Nicht nur Kabarett, nein auch lecker Essen und Trinken und sogar Eis gab es auf dem Hof Große – Frie. Dazu kamen noch zwei Putzfrauen, die sogar die Brillen der Leute putzten, damit sie den richtigen Durchblick behielten. Es fehlte an nichts.
Auch bei Riepings brauchte niemand hungern, während zwei Männer sie mit witzigen Geschichten unterhielten.
Gitti Berghoff, die junge Frau auf dem Hof, hat nicht nur ein gutes Händchen für Pferde, nein sie sprach auch mit ihnen. Sowas hatte ich noch nie gesehen, die junge Frau flüsterte dem Pferd leise etwas ins Ohr und das Pferd setzte es auf Kommando um. Einmal wollte es nicht so recht klappen, das Pferd stellte sich stur, es ging nicht vorwärts, deshalb schob sie es an, aber es passierte nichts, es blieb fest stehen. Als dann ein kleines Mädchen auf das Pferd zukam, es ganz zart streichelte und an den Kopf nahm, setzte sich das Pferd sofort in Bewegung. Ich sage ja auch, immer langsam mit den jungen Pferden, das Resultat konnte sich sehen lassen.
Unser Blasorchester war mit einem Trecker unterwegs und spielte überall auf.
Die Eheleute Bomber waren als Gesetzeshüter unterwegs, damit alles seine Ordnung hatte.
Soviel zu der “Kultur auf der Spur!“
Eure Lisbeth