"Niees ut Voerem" - Plattdeutsch auf der Seniorenseite
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„Libbet van Poggenstohl“ unterhält uns mit ihrer Sicht und mit ihren Tagesgeschichten zum/aus dem Dorf. Diesmal geht es um das Thema „Weihnachten“ (mit Übersetzung).
Wiehnachten!
Nu is´t all wieher sowiet
se is do, de Wiehnachtstied.
Dat Jaohr is üm, et is bloß so´n kieken,
je öller man wet, üm so henniger kann man een no´t annere affstrieken.
De Kinnertied, lang is´t vöbie,
Wiehnachtstief was de upregenste fö mi.
Aobends wen´t düster was,
dann gonk et dör´t Duorp, dat was een Spaß.
In´t Fenster von Schohmaker Uthmann wassen all de ärsten Lämpkes an.
De grouten Gliewen,
bi Bendix - den Kaupmannsladen forts tiergenan,
de löchteten all von wieten.
Dann gonk et an de ganze Duorpstraot lang,
örverall Lichterkes ächter de Gliewen,
in´e Bäckerien rouk et no Spekulatius
un bi´n Schlachter, no Möpkenbrot un Grieben.
De sötteste Laden was Kahrwegers, dicht bi de Kiärk,
do gafft Bömskes un allerlei Zuckerwiärks,
an dat kleine Schaufensterken drücken siek de Kinner Niäsen platt,
do winkede de Sünte Claus un de Engelkes,
dat was noch wat.
Un vendage ebay un Internet
säch es to de Kinner, sallt wi maol in´ne Geschäfte gaohn,
dann krieks geseggt, ik häff keine Tied, ik sin in Chatt.
Jä, so häbt siek de Tieden ännert,
ik denk wi liärft in unruhige Tieden,
un ik wünschke fö alle, dat et up Ärden giff wieher Fraiden!
Juhe Libbet!
Weihnachten
Nun ist es wieder soweit, sie ist da, die Weihnachtszeit.
Das Jahr ist um, es ist nur so ein Gucken,
je älter man wird, umso schneller kann man eins nach dem anderen abstreichen.
Die Kinderzeit, lang ist es her
Weihnachtszeit war die aufregenste für mich.
Abends wenn es dunkel war,
dann ging es durch das Dorf, das war ein Spaß.
Im Fenster des Schuhmachers Uthmann waren schon die ersten Lämpchen an.
Die großen Scheiben bei Bendix - dem Kaufladen, direkt nebenan, sie leuchteten schon von weitem.
Dann ging es die ganze Dorfstraße lang,
überall Lichtlein hinter den Scheiben,
in den Bäckereien roch es nach Spekulatius
und beim Schlachter nach Möpkenbrot und Grieben.
Der süsseste Laden war Kahrweger, dicht bei der Kirche,
da gab es Bonbos und allerlei Zuckerwerk,
an den kleinen Schaufensterscheiben
drückten sich die Kinder die Nasen platt,
da winkte der Nikolaus und die glitzernden Engelchen - das war noch was.
Und heute, ebay und Internet
sag zu den Kindern, sollen wir mal in die Geschäfte gehen,
dann bekommst du gesagt, ich hab keine Zeit, - ich bin im Chat.
Ja - so haben sich die Zeiten geändert,
ich denke, wir leben in unruhigen Zeiten
und ich wünsche für uns alle, dass es auf Erden mög wieder Frieden werden!
Eure Liesbeth!