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"Niees ut Voerem" - Plattdeutsch auf der Seniorenseite


„Libbet van Poggenstohl“ berichtet auf ihre Art und Weise aus dem Dorf. "Das Aufkommen vom Strontianit – Abbau" ist diesmal ihr Thema (mit Übersetzung).

 

 

Et ligg all wahne lang trügg, Vörem krieg sien eegenen Bahnhof,ouk de Industrie beliärwt dat Mönsterland. Vö ungefähr 130 Jaohren häbbt se feststellt dat Strunz bi urs in Vörem un rundhärum in’ne Är ligg. Un so kammen de haugen Hiärns von’ne Strunzgesellschopp un häbbt de Buern beküert un praohlt wat doch een Riektum unner ähr Land sett. Dann häbbt se sogenannte Kontrakte met de Buern uthannelt domet se up dat Lann, wo süs Kaorn anbauet waor, Strunz afbauen konnen. Un do hätt sick so mancheen örnlik wat von vöspraoken. So stonnen in korter Tied Holthüttkes upen Lann, dotiergen hauge Biärge ut Kit un Mergel un groute, deipe Löker met Gerüste vöseihen,tom Instieg in de Strunzgrube. Et worn Schienen leggt domet se met Kipper un Loren denn witten Strunz transporteern konnen. Vierle frümde Mannslüh kammen, von örverall her, üm hier vierl Geld to vödeinen. Denn de Arbeit waor good betahlt. Auk eenige Buern häbbt up dat groute Geld luert un so manch een Duorpschulten häbbt siek schon äs Grubenbesitzer seihen.

Öves so ganz genau wuss kieneen wann de groute Gewinn indrap. Se gaffen Ackerlann un Kämpe fö de Strunzförderung aff un äs de Gesellschopp no een paar Jaohren aftrock, was de goode Boden ruineert. So häd Augustin Wibbelt dat in sien Book örver denn Strunz beschriewen.

Jä, leeder Gott’s is kieneen mä do, dä urs ut düsse Tied no wat dröwer vötellen kann. Un domet nich alls in Vögiärtenheit gerött hätt sick de Heimatverein Vörem met een paar Biärglühe ut Ohlen tosammen doen un an de “Grube Alwine“ een Stollen upstellt. Örver denn Strunz kann dann ouk jedereen in den Glaskasten, denn se upstellt häbbt,alls noliärsen. Genau vö 125 Jaohrn häbbt se denn Schacht schluoten. Un dorüm is Sundag 9. Okt. 2016 üm 11Uhr nee Fier met Bergmannskapelle, Iärten un Drinken un Küerie örver de Strunz, ann’e Alwine. Ach wat ik no se seggen wull, ik häbb kieneen in Dourp funnen de rik dör denn Strunz waorn is!

Juhe Libbet!

 

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Das Aufkommen vom Strontianit – Abbau

Es ist schon lange her, Vorhelm bekam seinen eigenen Bahnhof und die Industrie belebte das Münsterland. Vor zirka 130 Jahren wurden Strontianit – Vorkommen in Vorhelm und Umgebung festgestellt. Und so kamen die hohen Herren der Stontianitgesellschaft und machten die Bauern aufmerksam auf den Reichtum unter ihren Ländereien. Sie schlossen sogenannte Kontrakte mit ihnen ab, damit sie auf dem Ackerland, wo sonst Getreide angebaut wurde, den Strontianit abbauen konnten.

So manch einer hatte sich viel davon versprochen. In kurzer Zeit standen auf den Feldern Holzhütten, daneben hohe Berge von Lehm und Mergel, große Löcher mit Gerüsten versehen, für den Grubeneinstieg. Schienen wurden verlegt, damit Kipper und Loren das weiße Strontianitgestein transportieren konnten.

Viele fremde Männer kamen von überall her, um hier viel Geld zu verdienen, denn die Arbeit wurde gut bezahlt. Einige Bauern rechneten auch mit großen Gewinnen und so mancher Dorfschulte sah sich schon als Grubenbesitzer.

Aber so genau wusste keiner wann der große Gewinn eintreffen würde. Sie gaben Ackerland und Wiesen für die Strontianitförderung ab, und als die Gesellschaft nach einigen Jahren sich wieder zurückzog war der gute Boden ruiniert.

So hat Augustin Wibbelt es in seinem Buch “ De Strunz “ beschrieben. Ja, leider ist niemand mehr da, der uns aus dieser Zeit noch etwas berichten könnte. Damit nicht alles in Vergessenheit gerät, tat sich der Heimatverein Vorhelm mit einigen Bergleuten aus Ahlen zusammen und erstellt einen Stollen an der “ Grube Alwine.“

In einem Schaukasten kann sich jeder über den Strontianitabbau informieren. Vor genau 125 Jahren wurde der Schacht geschlossen und aus diesem Anlass fand am Sonntag, 9. Okt. 2016 um 11Uhr eine Feier an der Alwine mit Bergmannskapelle, Essen u. Trinken sowie Gesprächen über den Strontianit statt.

Ach, was ich noch sagen wollte, ich habe niemanden im Dorf gefunden, der durch den Strontianitabbau reich geworden ist!

Eure Liesbet!