"Niees ut Voerem" - Plattdeutsch auf der Seniorenseite
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„Libbet van Poggenstohl“ berichtet auf ihre Art und Weise aus dem Dorf. "Der Kalender vor dem hohen Gericht" ist diesmal ihr Thema (mit Übersetzung).
De Kalenner fö’t hauge Gericht
Meinee wat was dat een Upseihen!
Ik sin mien Liärwen no nich bi’t hauge Gericht Mönster west un dann no tou son “Hauptverfahren.“ Wat man do all’s beliärft – sogar dat Fernsehen was do, de Lühe von’t Radio un de Schriewer von’ne Tiedungen.
Half Vörem häfft siek up’n Patt maket, et wassen vierl to wennig Stöhl in denn kleenen Gerichtssaal. We nich sitten konn moß no buten gaohn.
Buorm an satt dat hauge Gericht, dann dofö up beide Sieden de Advokaten met ähren Mandanten. Et gonk üm den Kalenner 2017 met de Beldkes ut vögangene Tieden. – Dat Recht an dien eggen Beld – un üm Schadensersatz. Denn dat Beld met de jungen Lüdens in Turntügg mot rut ut’n Kalenner, wat längs in Dezember 2016 all passeert is. De Kalennermanifaktur ha all een niehet Beld drin set. Dütmaol nix met Danzen, nee nu kümp Musik in Kalenner, domet se all tofrai sind.
De Richterin hätt ümmers wieher an eene vernünftige Regelung des Rechtstreit apppeleert un hätt dann beide Parteien no buten schicket üm siek ut tou küern. Ik har dat Geföhl dat hätt ouk son birtken holpen, dat ächterhär de Richterin met beide Parteien örver een Vöglieken küern konnen.
Dann häfft se no son paar Punkte festleggt wat no affarbeiet wärn mot un wo siek beide Parteien an hollen mürt.
Bi düssen ganzen unglücklichen Schlamassel springt no Geld fö een gueden Zweck harut. De junge Frau will dat Geld spenden.
Öves ganz an End is’t ümmers no nich – et geiht üm dat Widerrufsrecht. Un dann dräpt se siek alle an 24. 5. 2017 wieher. Jä dat is all’s nich so eenfach. Ik häff dovon metnurmen, dat Beste is, dat man’t gar nich ärst so wiet kurmen löt.
Eens kann ik ju seggen, mien Mann säch ümmers ik küer eem tovierl – övers do sall he äs maol tou sone Verhandlung gaohn, met de Küerie kann nich es ik methollen!
Juhe Libbet!
Der Kalender vor dem hohen Gericht.
Was war das für ein Aufsehen!
Ich war noch nie im Landgericht Münster und dazu noch bei einem Hauptverfahren. Da erlebt man so allerhand, das Fernsehen, Leute vom Radio und die Redakteure der Zeitungen waren vor Ort.
Viele Vorhelmer hatten sich auf den Weg gemacht, die Stühle im kleinen Gerichtssahl reichten nicht aus. Nur wer einen Sitzplatz hatte, konnte bleiben. An oberster Stelle saß das hohe Gericht, rechts und links davor saßen die Anwälte mit ihren Mandanten. Es ging um den historischen Kalender 2017. - Das Recht auf sein eigenes Bild – und um Schadenersatz – Forderungen. Die Rücknahme des Bildes aus dem Kalender, auf dem junge Mädchen in Sportzeug zu sehen sind. Aber dieses war schon im Dezember 2016 geschehen, die Kalendermanufaktur hatte das Bild durch ein anderes ersetzt. Dieses Mal ging es nicht ums Tanzen sondern um Musik, womit alle zufrieden sein könnten.
Die Richterin appellierte immer wieder an eine vernünftige Regelung des Rechtsstreit, sie unterbrach die Verhandlung zur Besprechung beider Parteien miteinander. Ich hatte das Gefühl, dass dies hilfreich war und die Richterin mit beiden Parteien einen Vergleich anstrebte. Es wurden noch einige Punkte festgelegt, an die sich die einzelnen Parteien zu halten haben.
Bei diesem ganzen unglücklichen Verlauf, erklärte sich die junge Frau bereit, die festgelegte Summe an eine gemeinnützige Einrichtung zu spenden. Beendet ist der Rechtstreit noch nicht, die Parteien haben noch ein Widerrufrecht bis zum 13. 4. 2017. Am 24. 5. 2017 steht dann ein neuer Termin an. Ja, - das ist alles nicht so einfach. Davon mitgenommen habe ich, dass es besser ist untereinander alles vorab zu klären!
Eins kann ich euch sagen, mein Mann behauptet immer, ich rede zu viel – aber da soll er mal zu so einer Verhandlung gehen. Da kann nicht mal ich mithalten.
Bis dahin Eure Liesbet!